California dreaming

-Claudi-

Weg von der warmen Sonne ging unsere Reise weiter in die kühlere Berglandschaft des Yosemite Nationalparks. Als wir durch den Tunnel ins Yosemite Valley hinein fuhren, konnten wir einen ersten Blick ins Tal und auf den „Half Dome“, einen der bekannten Berggipfeln des Yosemite Nationalparks, werfen. Die Natur im Tal zeigte sich von seiner herbstlich-bunten Seite. Wir quartierten uns auf dem kurzfristig noch ergatterten Campingplatz ein (gar nicht so einfach, sich da einen Platz zu krallen, wegen der hohen Besucherzahlen). Wir schauten uns ein wenig im Tal um, genossen von der „Sentinel Bridge“ den Ausblick aufs Tal und machten einen Spaziergang zu den Yosemite Falls. Die Upper- und Lower Falls zusammengerechnet, sind wohl die höchsten Wasserfälle von Nordamerika...irgendwie schon wieder ein Superlativ, wie fast jede Sehenswürdigkeit hier...David und ich sind (aufeinandergestapelt, mit ausgestreckten Armen) auch das grösste reisende Päärli, welches gerade in einem weissen Hägar unterwegs ist, imfall:-)!

Im „Curry Village“, einem Jurten Resort nahe unseres Campingplatzes, schlichen wir uns in die Duschen, um uns eine längst fällige Körperwäsche zu genehmigen. Man gönnt sich ja sonst nichts.

Am dritten Tag stürzten wir uns wieder einmal in unsere Wanderschuhe und bestiegen den Weg bis zum Glacier Point, welcher 1000 Höhenmeter weiter oben auf uns wartete. Die Aussicht war, wie immer nach einer anstrengenden Wanderung, atemberaubend. Wir konnten den Half Dome, die bereits erwähnten Wasserfälle (ha, jetzt waren wir sogar höher als die höchsten Wasserfälle Nordamerikas!), sowie das ganze wunderschöne Tal von oben her bestaunen. Nach dem steilen Abstieg und den zurückgelegten 16km schlichen wir erneut in die Duschen des benachbarten Resorts und bereiteten danach ein leckeres BBQ zu.


An meinem Geburtstag wurde ich von David mit einem liebevoll hergerichteten Gourmetbrunch überrascht. Es gab sogar ECHTEN Gruyère!!! Mann, war das ein Festessen! Am Mittag ging es weiter auf einen hübschen Campingplatz irgendwo in der Pampas, wo wir einen gemütlichen Tag verbrachten. An dieser Stelle nochmals vielen Dank für die lieben Glückwünsche und von uns beiden ein grosses Dankeschön für das geniale Geschenk! Die Anhängerkupplung ist montiert, der Veloständer ein neues Hägar-Accessoire und die Bikes warten auch schon im Laden auf uns;-) Wir freuen uns schon auf die erste Tour!


Am 1. November ging die Reise weiter nach San Francisco. Über die doppelstöckige Baybridge fuhren wir in die Stadt hinein. Wie in den Reiseführern beschrieben, lag genau die Golden Gate Bridge im Nebel, alles rundherum war klar zu sehen. Wir haben ja in den nächsten Tagen noch genügend Zeit, die berühmte Brücke zu begutachten. Wir fuhren weiter bis nach Pacific, wo wir einen Stellplatz direkt mit Meerblick bekamen. Dort erkundeten wir zu Fuss den Ort und kaum bogen wir in die Küstenstrasse ein, wurde ich von einer riesigen Tsunamiwelle überspült. Perplex gaffte ich an meinem klatschnassen, in Salzkruste gehüllten Körper herunter und musste feststellen, dass es natürlich,wie immer in solchen Situationen, nur mich erwischt hat, ganz zu Davids Erheiterung...;-)

In den nächsten Tagen erkundeten wir San Francisco. Zuerst unternahmen wir eine Tour nach Alcatraz Island, wo wir das berühmt berüchtigte Gefängnis, begleitet von einem Audioguide, besichtigten. Die Tour war super spannend und von der Insel konnten wir eine nun nebelfreie Sicht auf die Golden Gate Bridge, sowie auf die Skyline der Stadt geniessen. Zum ersten Mal machten wir eine „Hop on hop off“-Tour, welche wir während den folgenden zwei Tagen rege nutzten. Natürlich konnten wir nicht einfach alles schön der Reihe nach abklappern, sondern mussten unsere eigene, chaotisch zusammengesetzte Stadttour machen. So kam es, dass wir alles in allem diverse Stunden im roten Cabriobus verbrachten, was irgendwie auch gemütlich war. Durch die Gegend fahren, dem Guide zuhören und das Stadtleben beobachten... Wir erkundeten Fishermen's Wharf, den Pier39, zwei sehr touristische Orte mit vielen Lädeli und Restaurants. Am Hafen entdeckten wir zufällig ein „Automatenmuseum“, wo man bis zu 100 Jahre alte Spielautomaten mit Quarters füttern und damit spielen konnte. Definitiv Davids Paradies! Zum Coittower gings dann zu Fuss ziemlich steil hinauf. Dieser Turm wurde in den 30er Jahren zu Ehren der freiwilligen Feuerwehr errichtet, welcher nun als herrlicher Aussichtsturm dient. Wir kamen gerade rechtzeitig, um die untergehende Sonne beobachten zu können.

Eine Nachtrundfahrt war ebenfalls im Hop on hop off Ticket inbegriffen, was wir uns natürlich nicht entgehen liessen. Die Stadt bei Nacht war auch sehr spannend und die nächtliche Skyline mit der beleuchteten Baybridge war umwerfend. In Chinatown gab es auch viel zu entdecken, ebenso im legendären Hippieviertel „Haight-Ashbury“, wo schon Janis Joplin, Jimi Hendrix und co. während des „Summer of Love“ ihre positiven Vibes verbreiteten. Ich hätte noch stundenlang in den Hippieläden herumstreunen können, was ich David zuliebe jedoch unterliess. Weitere Highlights waren die schönen viktorianischen Häuser, sowie natürlich die steilen Strassen, die man aus Filmen zu gut kennt. Hauptsache, die Strassen verlaufen schön parallel und rechtwinklig, war bei der Stadtplanung wohl die Devise, egal, wie extrem die Steigung ist (die steilsten bis zu 31.5%). Bis auf wenige Ausnahmen, so z.B. die ebenfalls sehr steile Lombard Street. Diese erklommen wir selbstverständlich zu Fuss und spazierten der auf der anderen Seite in engen Slalomkurven verlaufenden Strasse wieder hinunter. Was uns ein wenig suspekt vorkam war, dass die Cablecars in der heutigen Zeit die gleiche Bremstechnik benutzen, wie schon früher. Dies geschieht, indem ein Holzklotz (!) auf die Schienen gedrückt wird, sehr vertrauenserweckend, bei solchen Gefällen...Immerhin werden diese Bremsklötze wohl alle drei Tage gewechselt.

Durch die etlichen „hop on's“ in den roten Bus und die damit verbundenen Extrarunden, überquerten wir die Golden Gate Bridge schlussendlich ganze acht mal! San Francisco ist eine bunte, spannende und sympathische Stadt, die zu erkunden es sich allemal lohnt!


-David-

Von San Francisco folgten wir dem Highway 101 weiter südlich bis nach Monterey. Um das Städtchen am nächsten Tag besichtigen zu können, machten wir uns auf die Suche nach einem möglichen Stellplatz für die Nacht. Dies gestaltete sich aber schwieriger, als wir dachten. Wie bereits erwähnt, ist wildes Campieren in Kalifornien nicht gestattet, sodass wir meist auf Campingplätze ausweichen, oder einen weit abgelegenen Stellplatz suchen müssen. Da die Touristensaison aber bereits vorbei ist, haben viele Campingplätze bereits geschlossen und die wenigen, welche noch offen haben, sind komplett belegt. Nach längerer Suche quartierten wir uns dann ausserhalb von Monterey direkt neben der Teststrecke von Mazda ein. Monterey an sich ist eine ansprechende Kleinstadt, in welcher der kalifornische Lifestyle „easy going“ an jeder Ecke zu spüren ist.


Von Monterey fuhren wir weiter zum Big Sur State Park. Von hier aus unternahmen wir eine tolle Wanderung der Pazifikküste entlang. Die Umliegenden Berge ermöglichten uns nach deren Besteigung abermals ein grandioses Panorama. Schön, endlich wieder am Meer zu sein...

Auf der Weiterfahrt fanden wir dann auch endlich wiedermal einen wunderschönen Stellplatz für die Nacht, von welchem wir einen grandiosen Sonnenuntergang geniessen konnten.


Um den Blechschaden, den uns der geplatzte Reifen bescherte (siehe letzter Eintrag) beheben zu lassen, entschieden wir uns, in Santa Barbara nach einem geeigneten „Autobody Repair“ (Karosseriespengler) Ausschau zu halten. Der Schaden wird ja glücklicherweise von der Versicherung übernommen. Nach einigem Suchen fanden wir dann auch eine Werkstatt, die sich der Reparatur annehmen konnte - langsam sind wir ja geübt...

Zuerst mussten wir aber noch die Bremsen erneuern, denn Hägar schien langsam auf dem „Zahnfliesch“ zu bremsen. Nach einer Nacht (und einem Tag) in Carpinteria machten wir uns daran die Camperkabine zum ersten Mal ab zu setzten. Da diese nun schon seit längerem fest mit dem Auto verbunden war, wollten wir zur Sicherheit noch einen Spezialisten fragen, ob die Jacks (Stützen) auch halten werden. Da es in Santa Barbara aber keinen RV Mechaniker gibt, sollte dies aber auch wieder eine fast tagesfüllende Aufgabe werden. Nachdem wir den Mech endlich gefunden hatten, konnte der uns auch nicht so recht weiterhelfen, meinte aber, dass es schon halten sollte. Hmmm - sollen wir uns nun auf diese Schätzung verlassen? Um sicher zu gehen fixierten wir die Stützen noch mit zusätzlichen Schrauben und machten uns daran, Hägar zu halbieren.

Zum Glück hat alles gehalten und wir konnten den Pickup „camperlos“ zur Reparatur bringen. Der Mech veranschlagte für die Flickarbeiten ungefähr eine Woche. Macht ja nichts. In und um Santa Barbara gibt es eine Menge zu besichtigen und zu entdecken und wir freuten uns darauf, nach über fünf Monaten umherreisen temporär sesshaft zu werden. In den beiden ersten Tagen erkundeten wir Santa Barbara und genossen den Charme des Küstenstädtchens. Nach zwei ruhigen Tagen hatten wir dann aber doch wieder das Verlangen nach etwas mehr Action, sodass wir uns mit einem Mietwagen zum Six Flags Vergnügungspark aufmachten. Der Six Flags besticht vor allem durch seine zahlreichen Achterbahnen welche einen Thrillfactor von extrem bis echt extrem – gohts eigentli no höllischer??? - haben. So fuhren wir in diesem Park eigentlich von morgens bis abends Achterbahn. - Am Nachmittag wurde mir von den unzähligen Loopings dann doch langsam etwas flau im Magen, sodass mir die lange Anstehzeit für die X2 (leider mit dem Flashpass nicht reservierbar) die wohl extremste der extremen Achterbahnen dann doch gelegen kam. Um die langen Wartezeiten zu umgehen, kann ein „Flashpass“ erworben werden, der einem eine Reservation der Bahnen ermöglicht. Da an diesem Tag nebst den üblichen Besuchern sehr viele Schulklassen aus ganz Kalifornien im Park waren, hat sich dieser für uns mehr als gelohnt.

Da unser USA Visum bald ablaufen wird - am 1. Dezember müssen wir das Land spätestens verlassen – nutzen wir die Zeit in Santa Barbara auch, um unsere Weiterreise nach Mexiko vorzubereiten. Nach einem Tag Recherchieren und Vorbereiten, sind wir dann wohl auch auf dem notwendigen Wissenstand, um das vierte Land unserer Reise zu erkunden. Die für Mexiko notwendige Autoversicherung konnten wir auch bereits von hier aus abschliessen, sodass wir dies dann im wahrscheinlich chaotischen Grenzprozedere nicht auch noch machen müssen.

Nach einer Woche konnten wir unseren Truck dann auch frisch lackiert und mit einer frontseitig angebrachten Anhängerkupplung beim Mech abholen und Hägar sein „Schnäggähüsli“ wieder aufsetzen. So endlich wieder zusammen, was zusammen gehört.

Da wir nun wieder mobil sind, werden wir unsere Reise morgen in Richtung Los Angeles fortsetzen und in den kommenden Tagen die mexikanische Grenze in Richtung Baja California passieren.


Wow, wir freuen uns riesig auf Mexico!

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Kommentare: 1
  • #1

    Tanja (Donnerstag, 19 November 2015 13:45)

    Geiloooo, d'Föteli vo SF chömedmer bekannt vor ;-)
    Hasta luego gringos :-)