Yellowstone

Trotz Regen machten wir uns auf, den Yellowstone Nationalpark zu erkunden. Kaum befanden wir uns im Nationalparkgelände, konnten wir auch schon erste Bisons und Hirsche beobachten. Gewaltig diese Tiere!

Der Park zeigte sich von seiner herbstlichen Seite mit bunten Blättern, gelben Wiesen, Kälte und Nässe. Nachdem wir uns erst einmal einen der jeweils schnell vollbesetzten Campingplätze ergattert hatten, erkundeten wir den ersten Teil des Parks. Trotz fauligem Eiergestank war es, wie schon in Island, wieder sehr eindrücklich die Schlammvulkane, die heissen, blubbernden und dampfenden Quellen und Erdlöcher erkunden zu können. Am ersten Tag konnten wir riesige Bisonherden beobachten, die neben einem Fluss grasten.

Beim Yellowstone Canyon wagten wir uns ungefähr 380 Treppenstufen hinunter, um eine perfekte Sicht auf einen der vielen Wasserfälle der Gegend erhaschen zu können. Trotz dem anschliessend strengen Anstieg hat sich diese Mühe gelohnt, langsam sind wir trainiert. :-)


Auf den Strassen dem Canyon entlang genossen wir viele schöne Ausblicke auf die gelbgefärbten Felswände und den Fluss, welcher sich durchs Tal hindurchschlängelte. Nach ersten Eindrücken ging es zurück auf den Camping, wo es doch ernsthaft zu schneien begann! Wir trauten unseren Augen kaum und waren gleichzeitig dermassen erleichtert, dass wir nicht, wie viele andere Parkbesucher, im Zelt nächtigen mussten.

Frühmorgens ging unsere Erkundungstour weiter. Wir durchwanderten die Mammoth Hot Springs, welche sich terassenförmig, weiss-gelb leuchtend, dampfend und natürlich etwas stinkend auf einer ziemlich grossen Fläche ausgebreitet haben. Der Vorteil an den schweflig stinkenden Quellen ist, dass man es hemmungslos knattern lassen kann, ohne dass sich jeder empört umdreht ;-).

Auf der Weiterfahrt konnten wir noch einen versteinerten 50 Millionen Jahre alten Redwood bestaunen. Kaum vorstellbar... Da wir in aller Hergottsfrühe aufgestanden sind, blieb uns noch viel Zeit, sodass wir noch eine Nachmittagswanderung durchs Norris Geyser Basin unternehmen konnten, wo sehr viele Geysire zu beobachten waren. Kunterbunt war die Wanderung, man findet alle Farben in und um die dampfenden Tümpel, sodass man sich kaum daran sattsehen kann. Zum Tagesabschluss besuchten wir noch die Artist Paintpots, blubbernde Schlammlöcher, welche sich eher in Rottönen zeigten. Die Gegend dort wirkte wie in einem Hexenwald, abgstorbene schwarze Baumstämme, der blubbernde Schlamm und der dampfende Boden hätte einem beinahe Angst einjagen können. Zum Glück gab es dort keine Birken, denn Hexen stehen ja bekanntlich immer zwischen Birken :-).

Am dritten Tag standen wir erneut sehr früh auf, damit wir unser strammes Programm auch in aller Ruhe durchbringen konnten. Der Ausbruch des bekannten Old Faithfull Geysirs verpassten wir natürlich genau um fünf Minuten! Wie hätte es auch anders sein können!? Wir bestiegen einen nahe gelegenen Hügel, wo wir noch fast eine Stunde auf den Ausbruch des Geysirs warten mussten. Nachdem Schauspiel waren wir froh, uns wieder bewegen und somit aufwärmen zu können und erkundeten die nächsten Stunden das ganze Geysirbecken um den Old Faithful herum, wo sich zahlreiche Hot Springs, Geysire etc. tümmeln. Das Highlight war für uns der wunderschön bunt leuchtende Morning Glory Pool, welcher sich am Ende des Trails befand. Diese leuchtenden Farben sind kaum zu beschreiben, wie man auf den Fotos unschwer erkennen kann! Zurück auf dem Campingplatz wurden wir noch mit der Abendvorstellung von Herrn Hirsch belohnt, wie er sich ein bequemes Schlafplätzchen zurecht scharrte. Auch zwei riesige Bisonbullen spazierten noch vorne durch. Die wollten anscheinend dem Hirschen die Show stehlen...

Am vierten Tag machten wir eine längere Wanderung auf einen Berg hinauf, von wo wir eine herrliche Aussicht auf den qualmenden Yellowstone Nationalpark hatten. Nach der anstrengenden Wanderung kletterten wir am nächsten Ort nochmals einen steilen Hügel hoch, um den Grand Prismatic Pool von oben herab bestaunen zu können. Wieder waren wir sprachlos, welche Wunder doch die Natur zustande bringen kann. Ein riesiges Wasserbecken, welches aussah, als wäre es von einem Regenbogen umkreist.

Während den Tagen im Yellowstone waren wir etwa gleich aktiv, wie der darunterliegende Vulkan.

 

Jede Minute in diesem wundersamen Park war einfach nur zum staunen!

Kommentar schreiben

Kommentare: 0