Nelson - Vancouver Island

Nelson - Vancouver


Nach den Nationalparks in Alberta machten wir Halt in Nelson BC. Eigentlich war hier der Campingplatz ausgebucht, ich konnte es jedoch nicht lassen, trotzdem im Office nachgrübeln zu gehen und siehe da: wir ergatterten doch noch einen der beliebten Plätze auf dem Hippie-Campingplatz. Nelson ist ein hübsches Städtchen mit vielen historischen Gebäuden aus der Zeit des Silberrushes. Es lädt zum bummeln ein (mich, Claudi, zumindest), was ich natürlich liebend gerne machte. Während ich durch die zahlreichen Secondhand- und Hippieläden stolperte, wartete David geduldig vor den Shops und unterhielt sich währenddessen mit den verschiedenen Strassenmusikern. Der Kootenay Lake, an dem Nelson liegt, lud richtig dazu ein, den Nachmittag am Wasser zu verbringen; das Wetter war ja schliesslich sehr sommerlich.

Die Sonne hatte eine ziemlich ungewohnte Rotfärbung was auf die in der Nähe lodernden Waldbrände zurückzuführen war. Aus diesem Grund ist das Entfachen von offenen Feuern in ganz British Columbia bis auf Weiteres untersagt.

Der nächste Ort, welcher von uns angesteuert wurde, war der Box Lake in Nakusp. Dort fanden wir einen der bei uns sehr beliebten Plätze auf einer „Recreation Site“. Dies sind meist sehr schön gelegene, gemütliche Plätze irgendwo im Wald, an Seen oder Flüssen, ausgestattet mit Grillstellen, Tischen und Bänken für 0-12$/ Nacht. Sowas fehlt bei uns in der Schweiz eindeutig! Diesmal landeten wir in einem von Moos überwucherten Märchenwald, welcher wir trotz Regen erkundeten.

Nach den nassen Tagen ging unsere Reise weiter durchs Okanagan-Valley, welches sich durch sein aussergewöhnlich warmes und trockenes Klima auszeichnet, das durch warme Winde aus Mexico begünstigt wird. Auf der Fahrt der weniger touristisch überströmten Westseite des Okanagan Lakes entlang, entdeckten wir einen Stellplatz in einem „Provincial Park“ (sowas wie kleine Nationalparks), wieder direkt am Wasser. Die hitzigen Tage verbrachten wir lesend, sünnälend, badend, bastelnd und das Leben geniessend!

Danach ging die Fahrt südwärts durch das Früchte- und Gemüsetal, vorbei an zahlreichen Farmen und Feldern. Natürlich musste auch noch ein Halt an einem der vielen Frucht-/Gemüseständen am Strassenrand eingelegt werden, wo wir uns mit allerlei Grünzeug eindeckten. Nach den Tagen im warmen Tal zogen wir weiter nach Vancouver.

Nach langem Stau im Feierabendverkehr (man ist ja schlau und fährt genau am späteren Nachmittag in die Grosstadt rein) flüchteten wir ziemlich bald raus aus dem Blechgetümmel in Richtung Norden bis Porteau Cove. Dies war beinahe wieder an dem Ort, wo wir unsere erste Nacht in unserem Camper verbracht hatten! Wir fanden einen super gelegenen Parkplatz am Ufer des Howe Sound, einem Meeresarm, der von Vancouver her ca. 40 km weit ins Landesinnere reicht.

Am nächsten Vormittag steuerten wir ohne Blechlawine den zum Glück vorreservierten Campingplatz in Vancouver an. Hier soll mal kurz erwähnt sein, dass wir nun eine ziemich grosse Runde durch Kanada, von Vancouver bis Vancouver, abgeschlossen haben (das heisst aber nicht, dass wir schon von hier verschwinden)!

Eigentlich wollten wir zuerst einmal auf den Grouse Mountain, den Hausberg von Vancouver. Dieser lag jedoch leider in Nebel gehüllt, sodass wir wieder umdrehten. Stattdessen machten wir uns auf, eine Stadtwanderung zu machen (jeder weiss, dass man in Grossstädten nicht von Spaziergängen sprechen kann...). Unsere Tour begann mit der Überquerung der Lions Gate Bridge, welche uns eine perfekte Sicht auf die Skyline der City, sowie auf verschiedene Inseln und Frachtschiffe bereitete. Weiter gings durch den grünen Stanleypark dem Wasser entlang, bis wir nach ca 1h die Innenstadt erreichten. Um uns das Erkunden der Stadt etwas zu erleichtern, mieteten wir Velos und kurvten damit der Hafenpromenade entlang, besichtigten den Canada Place, den ältesten Stadtteil Gastown, Chinatown und watschelten teilweise auch wieder zu Fuss durch die verschiedenen Stadtteile. Gegen Abend durchkämmten wir die eine Hälfte des bereits erwähnten Stanley-Stadtparkes und radelten anschliessend den doch ziemlich steil ansteigenden Weg zurück über die Brücke zum Camping.

Am nächsten Tag ging es mit unseren Drahteseln wieder über die Lions Gate Bridge in den Westteil des Stanley-Parks, wo wir dem Parkufer entlang radelten. Die Fahrt ging weiter durch die Stadt, über eine weitere Brücke (meine Güte, mir war gar nicht bewusst, dass diese !*҉⸗x°* Brücken alle so steil sind!) entlang an vielen Stadtstränden bis zum Unicampus, was sich schlussendlich als ziemlich lange Velotour herausstellte. Keuchend dort angekommen statteten wir dem Museum of Anthropology einen Besuch ab und danach schlenderten wir noch durch den wunderschönen asiatischen „Nitobe Memorial Garden“. Nach der Re-Tour in die Innenstadt gaben wir nach heutigen ca. 80 (!!!) gefahrenen Kilometern unsere Göppel wieder ab. Das war super, eine solche Stadt einmal radelnd zu erkunden! Wir bestaunten noch ein wenig die vielen startenden und landenden Wasserflugzeuge, beobachteten die vielen spannenden Menschen und nahmen den Seabus zurück zum Campingplatz. Der letzte Tag in Vancouver verbrachten wir wieder in der Stadt und am nächsten Tag gings dann weiter nach Horseshoe Bay auf die Fähre nach Vancouver Island!


Vancouver Island


Wir haben uns Vancouver Island als krönenden Abschluss unserer Reisezeit in Kanada aufgespart. So fuhren wir mit der Fähre von Horseshoe Bay (etwas ausserhalb von Vancouver) nach Nanaimo.

Während der Überfahrt hatten wir nochmals einen schönen Blick auf die Skyline von Vancouver. Aber das Highlight der ca. zweistündigen Überfahrt waren sicher die vier Orkas, welche wir sichteten.

Auf der Insel angekommen fuhren wir gleich in Richtung Norden weiter und fanden ein wunderschönes Plätzchen an einem Meerausläufer, von welchem aus wir am kommenden Morgen erneut Orkas beobachten konnten. Bei so vielen Walsichtungen scheint das geplante Whale-watching wohl überflüssig geworden zu sein. Wahrscheinlich werden wir dies dann in Mexico, wo die Wale ihr Winterquartier haben, nachholen.

Unsere Inselerkundung führte uns dann weiter nach Ucluelet, wo wir einen abgelegenen Campingplatz direkt am Pazifik bewohnten. Zu unserer Überraschung war dieser vom seit Wochen herrschendem Fireban ausgenommen, sodass wir nach langem endlich wieder einmal ein Lagerfeuer, begleitet von einem fast schon kitschigen Sonnenuntergang, geniessen konnten.

Nebst dem wilden Meer sind es sicher auch die Regenwälder, die Vancouver Island zu einem so beliebten Reiseziel machen. Uralte Regenwälder, mit bis zu 90 Meter hohen und bis zu 800 Jahre alten Baumriesen, können durchwandert werden. Leider sind die meisten dieser anmutenden Bäume den Holzfällern zum Opfer gefallen, sodass sie nur noch an einigen Stellen und in den Nationalparks der Insel grossflächig vorkommen. Wir unternahmen zahlreiche Wanderungen durch die schönen Landschaften Vancouver Islands und konnten dabei die vom Meer flussaufwärts wandernden Lachse beobachten, wie sie unermüdlich die Schwellen und Wasserfälle zu überwinden versuchten.

In der Nähe von Gold River entdeckten wir nach einer holprigen Fahrt ein Höhlensystem, welches wir natürlich ausgiebig erkundeten.

Da sich das Wetter in den letzten Tagen eher von seiner herbstlich-regnerischen Seite zeigte, entschieden wir uns, den längst überfälligen Blogeintrag zu schreiben, quartierten uns daher auf einem Walmart-Parkplatz ein und nutzen das hier vorhandene Internet.

In den nächsten Tagen werden wir weiter ans Südende der Insel fahren und dann von Victoria aus mit der Fähre in Richtung USA reisen.

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Kommentare: 2
  • #1

    schümpi (Dienstag, 01 September 2015 11:42)

    Super- schpannend zum lese, do kenni Lüüt wo sicher s'Augewasser überchömmet!!!!!

  • #2

    Hubifrau (Dienstag, 01 September 2015 14:33)

    Voll lääääääässsss!!!!! Händer eu no en Lachs gschnappet zum Znacht? :-)