Rocky Mountains

Nach einigen langen Fahrtagen kamen wir endlich im Jasper Nationalpark und somit in den Rocky Mountains an. Zuerst machten wir einen Halt bei den „Miette Hot Springs“, welche sich dann leider eher als „grossen Menschenhaufen in warmem Freibadpool“ herausstellte... Kurz darauf flüchteten wir aus der Menschensuppe und suchten uns ein Örtchen zum übernachten. Am nächsten Tag machten wir eine Wanderung, die uns steil den Weg zum Sulphur Mountain hochführte. Das letzte Stück war dann derart steil, dass wir fast wieder zurück rutschten, anstatt den Hügel hoch zu kommen. In weiser Voraussicht schnallte ich noch meine Wanderstöcke an die Handgelenke, ganz zu Davids Freuden, welcher gerne mal (so alle 10 Meter oder so) einen dummen Spruch darüber machte, wie ich mit den Skistöcken durch den Wald steuerte...

(Da kommt bei mir jeweils die Frage auf, ob nun ich mit meinen Skistöcken, oder David mit seiner bezaubernden Crocs-Socken-Kombination peinlicher ist... Fehlt jeweils nur noch die JohnDeere-Werbe-Dächlikappe mit Stoffschnudderlumpe im Nacken eingeklemmt, um diese bereits erwähnte Styling-Kombination zu perfektionieren ;-) )

Oben auf dem Gipfel wurden wir dann mit einer atemberaubenden Aussicht auf die Rocky Mountains belohnt, was uns die vorherige Anstrengung gleich wieder vergessen liess! Nach der ersten Bergtour fuhren wir weiter zum Maligne Lake. Dort wartete am nächsten Tag schon der nächste Bergpreis auf uns. Kaum hatten wir die ersten Schritte hinter uns, konnten wir ein Reh beobachten, welches nur wenige Meter neben uns am grasen war und sich kaum von uns aus der Ruhe bringen liess. Mein Ruf als Fleischtiger hat sich wohl noch nicht überall herumgesprochen, hä!? Zum Glück esse ich nicht gerne Wild:-) Im Zickzack ging es einen noch steileren Pfad als am Tag zuvor hoch. Dieser führte uns durch Tannenwälder vorbei an vielen Eichhörnchen, bis auf den Gipfel, wo eine grosse Wiesenfläche auf uns wartete. Dort waren wir gleich von zahlreichen Murmeltieren umzingelt, welche uns fleissig nachpfiffen (lag bestimmt an meinen dynamisch wirkenden Stöcken). Eine weitere erlebnisreiche Wanderung, die wir da gemacht haben.

Im Städtchen Jasper waren dann die Beliebtheit der Nationalparks, sowie die momentanen Sommerferien deutlich zu spüren. Alle Campingplätze waren berstend voll und das kleine Bergstädtchen überhäuft mit Menschen. Trotzdem schauten wir uns etwas im Dorf um und parkten unseren Hägar dann etwas abgelegen an einem Bergsee zum übernachten. Dort waren wir auch gleich wieder aus dem Rummel raus und konnten das schöne Panorama und die Ruhe geniessen. Nach einem Regen-Blogschreib-Kleiderwasch-Ausruhtag machten wir uns auf zum Edith Cavell Gletscher, welcher sich wieder so abseits der Hauptstrasse befand, dass wir problemlos auf dem dortigen Parkplatz übernachteten konnten. Am nächsten Tag machten wir wieder einen Rundwanderweg, ebenfalls wieder mit vielen Höhenmetern, die zu überwinden waren, mit super Blick auf den Gletscher und den dazugehörenden Gletschersee. Der Regen, der uns auf dem Weg begleitete, störte uns dabei kaum. Dann ging es weiter auf dem Icefield Parkway, der Strasse, die quer durch die Nationalparks der Rocky Mountains führt. Eine Fahrstrecke, die grandiose Aussichten auf die umgebenden Berge, Gletscher und Seen ermöglicht.

Der nächste Tag begann mit der Einfahrt in den Banff Nationalpark. Dieser ist nicht viel anders als der Jasperpark, jedoch kann man hier mehr Gletscher finden. Auf einem ca. 2-stündigen Trail erkundeten wir gleich, was der Banff Nationalpark für Aussichten zu bieten hat. Nach dem Anstieg breitete sich ein wunderschönes Panorama vor uns aus. Weit bis in die Ferne waren Berggipfel, Gletscherzungen des gewaltigen Columbia-Icefields, Wälder und Flüsse zu sehen. Die Fahrt ging weiter auf der Traumstrasse, vorbei an Lake Louise bis zur kleinen Bergstadt Banff. Auch hier gab es keine Chance, irgendwo einen Stellplatz für die Nacht zu finden. Wir gönnten uns ein Nachtessen im Restaurant und verzogen uns danach wieder aus dem Touristengetümmel. Auf dem Rückweg wollten wir eigentlich noch den „berühmten, am meisten besuchten“ (kurze Anmerkung: hier in Kanada ist alles irgendwie highest, biggest, most beautiful, oldest, youngest, coldest, hottest, smallest, blablabla...) Bergsee Lake Louise anschauen gehen. Bei der Hinfahrt kam uns jedoch schon das Grauen, als wir sahen, wie viele Autos und Tourencars schon hier waren oder bereits auf einen Parkplatz am lauern waren. Langsam hatten wir keine Lust mehr auf diese Menschenmassen, daher machten wir einen Rückzug aus dem Nationalparkgebiet in Richtung Westen. Aufs Geratewohl fuhren wir dann irgendwo ins Niemandsland, bis wir einen super schönen Platz an einem wilden Gletscherflüsschen fanden. Wenige Schritte flussabwärts war auch noch ein reissender kleiner Wasserfall zu bestaunen. Der Weg führte uns am nächsten Tag vorbei an Revelstoke in Richtung Süden. Dort entdeckten wir ein idyllisch gelegener Campingplatz an einem Weiher, neben einem türkisblauen Fluss. Da es die Sonne mal wieder gut mit uns meinte, verbrachten wir dort einen fahrfreien Tag mit lesen, schnitzen, sünnäle, baden (bzw. Zehe tauchen) und geniessen. Nun sind wir endgültig im Sommer angekommen!

Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Sandra (Freitag, 14 August 2015 07:53)

    Immer wieder herrlich zum läse

  • #2

    Silvan, Rosmarie, Bob und Lenka (Dienstag, 18 August 2015 18:15)

    Hallo ihr zwei hübsche...danke für die schöne Bilder...es ist immer sehr schön etwas neues von euch zwei lesen zu dürfen...uns geht es gut...wir vermissen euch (dich David ganz fest)...
    liebe grüsse :-*
    PS Rosi: ich zügle bald auf Grüne
    PS Silvan: ich habe bald Ausflug mit garten
    PS Bob: rock en roll
    PS Lenka: am Samstag ist Hochzeit von Raphi - ich grene jetzt schon