Canada

18. Juni - 28. Juni 2015


Da unsere Wasserpumpe im Camper nicht mehr einwandfrei funktionierte, mussten wir uns erst einmal darum kümmern (teilweise funktionierte sie, natürlich meist in Situationen, in welchen kein fliessendes Wasser benötigt wurde und dann teilweise wieder nicht. Folglich in Situationen, in denen fliessend Wasser benötigt wurde)...

Da wir den Defekt nicht eruieren konnten, suchten wir erneut einen Mechaniker auf. Wie bereits bei der letzten Reparatur zeigten sich alle angefahrenen Mechaniker als äusserst freundlich und hilfsbereit, konnten das Pumpenproblem aber auch nicht beheben. Von einem Wald- und Wiesenmachaniker wurde uns empfohlen, nach Terrace zu fahren, da es da einen RV-Service (RV = recreational vehicle) gebe, der uns bestimmt weiterhelfen könne. Obwohl Terrace eigentlich nicht auf unserer Route lag und einen grösseren Umweg (und die Umwege sind bei den kanadischen Distanzen wirklich gross) bedeutete, entschieden wir uns, dorthin zu fahren, da erst nach ca.  1500 km wieder ein RV-Service vorhanden sein könnte. In Terrace angekommen wurde die Pumpe ausgetauscht und das Wasser floss wieder störungsfrei. Die für die Reparatur benötigte Zeit nutzen wir und besichtigten die unzähligen riseigen Wohnmobile und Wohnwagen, welche ausgestellt waren. Bei den Nordamerikanern muss halt eben alles etwas grösser und komfortabler sein. Da wirkt unser doch geräumige Camper plötzlich winzig.


Damit wir nicht den selben Weg zurückfahren mussten, fuhren wir von Terrace durchs Hinterland in Richtung Norden. Nebst einem Stop bei "Richi söusch di guet hechä Schönbächler" in Rosswood,  wanderten wir durch Lavafelder, befassten uns mit der Kultur der Nisga'a Indianer, fuhren den ersten Schwarzbären über den Weg und machten einen Abstecher zu einer komplett abgelegenen Fischersiedlung an der an der Grenze zu Alaska.


Zurück von unserem Abstecher folgten wir dem Cassiar-Highway bis zur Meziadin Junction und machten einen Schlenker zum Bear glacier und übernachteten direkt am Meziadin lake. Als ich meine wohlverdiente Zigarette rauchte, bemerkte ich wie sich ein Rabe mit meinem Filterbeutel im Schnabel auf die nächste Insel verzog. Auch heftiges Luftdrohen bewog das doofe Fluggetier nicht dazu, mir meine Raucherwaren zurückzubringen... - kräftiger drohen!

Als ob dieser Diebstahl noch nicht genug war, entwendete dieser Unglücksrabe auch noch einen frisch marinierten Pouletschenkel, der eigentlich als unser Abendessen gedacht war und verzehrte ihn genüsslich in sicherem Abstand, jedoch in Sichtweite von uns. Der Fleischdiebstahl brachte auch Claudi zu heftigen Luftdrohungen und fluchen...

Der gierige Rabe schien sich aber mit einem Pouletschenkel noch nicht zufriedengeben zu wollen, sodass er nach unserem Abendessen in die Feuerstelle hüpfte um ein heruntergafellenes Stückchen Fleisch zu holen. da die Glut immer noch heiss war, verbrannte er sich dabei die Krallen und sprang direkt ins Wasser - kennsch Karma du dumme Vogel? -


Nicht nur gegen die Raben konnten wir einen Punkt verbuchen, sondern auch den Mücken haben wir es so richtig gezeigt. Wir entdeckten, dass sich das Mückennetz an der Aussenabdeckung des Kühlschranks gelöst hatte. Nach kurzer Klebearbeit konnten wir endlich eine mückenfreie Nacht geniessen. Mücken 0 - Clauvid 1


In Jade City (City beschreibt dabei ca. 4 Häuser mit ungefähr 7 Einwohnern - da es aber im Umkreis von ca. 1000km nichts Grösseres gibt, scheint die Bezeichnung "City" denn wohl doch angebracht zu sein), deckte sich Claudi mit drei neuen Edelsteinen ein. Auf einer Seitenstrasse entdeckten wir einen Jadehügel und liessen es uns natürlich nicht nehmen einige Rohlinge zu stibitzen (Wenn das mal unser Freund der Rabe wüsste).


Die nächsten Tage verbrachten wir am wunderschönen türkisfarbenen Boyalake und unternahmen mehrere Erkundungstouren zu den Biberdämmen und besichtigten den See per Kajak. Ein Biberdamm war dabei besonders interessant, denn er trennte den See von einem Ableger. Die Biber haben hier erstaunliches vollbracht. Durch jahrelanges Ausbauen ist es ihnen gelungen, mit ihrem Damm einen Höhenunterschied von ca. 3 Metern zwischen den beiden Gewässern herzustellen.


Es zeigte sich abermals, dass wir in fliegendem Getier wohl irgendwelche Antipathien auslösen. Eine eigentlich schön anzusehende Ente oder Gans plusterte sich plötzlich vor uns im Wasser auf (wir wehrlos im Kajak sitzend) und schrie uns an, um anschliessend unterzutauchen und uns pfeilschnell anzugreifen. Dabei wich sie immer erst kurz vor Erreichen des Kajaks aus, schwamm wieder weg, um den Scheinangriff zu wiederholen. Glücklicherweise überstanden wir auch diese Flugtier-Angriffe unbeschadet.


Nach ungefähr 3000 gefahrenen Kilometern in British Columbia erreichten wir die Grenze zum Yukon Territory.


An dieser Stelle möchten wir gerne auf die eingängige Yukonhymmne hinweisen, welche unten anzusehen bzw. hören ist. Von dieser schönen Melodie wurden wir im Radio standesgemäss im Territory begrüsst und wollen es euch natürlich nicht vorenthalten. ;-) 


In Whitehorse angekommen, genossen wir die Annehmlichkeiten einer Stadt und bereiteten uns auf unsere bevorstehende Kajaktour auf dem Yukon river vor. Nachdem wir uns mit genügend Proviant für die nächsten drei Wochen eingedeckt haben, mussten wir noch ein bärensicheres Fass besorgen, um unsere Verpflegung auch sicher aufbewahren zu können. Nachdem wir nun alle Besorgungen gemacht haben und unser Kajak yukontauglich zu sein scheint, freuen wir uns auf unser Abenteuer.


Für die nächsten 20 Tage werden wir den Yukon river von Whitehorse bis nach Dawson mit dem Kajak befahren. Dabei werden wir ungefähr 700 Flusskilometer zurücklegen. Au der gesamten Strecke gibt es nur einen der Zivilisation angeschlossenen Ort, sodass wir doch eine ganze Menge an Vorräten und Ausrüstung mit uns nehmen müssen. Da es unterwegs natürlich keinen Handyempfang gibt, kann im Notfall keine medizinische Hilfe angefordert werden. Aus diesem Grund müssen wir nebst Proviant und Campingausrüstung auch eine umfangreiche Notfallapotheke mit uns führen. (Danke Gruppe 7 für die tolle "Chügeliapotheke"!)


Nach anstrengenden Vorbereitungstagen werden wir uns heute Abend nochmals ein feines Abendessen im Restaurant gönnen, bevor wir uns morgen in die Wildnis aufmachen.


Also bis denn dann!        

   

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Kommentare: 1
  • #1

    Tanj (Montag, 29 Juni 2015 11:33)

    H A M M E R!!!!!!