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Galápagos

Claudi:

Die Galápagos Inseln liegen 1000km westlich vom ecuadorianischen Festland entfernt. Unzählige endemische Tier- und Pflanzenarten leben hier. Diese erforschte bereits Charles Darwin und somit war der Grundstein für seine Evolutionstheorie gelegt. Um einen guten Einblick in die artenreiche und spezielle Flora und Fauna der Inselwelt zu bekommen, buchten wir einen achttägigen Trip mit dem Boot „Angelito I“. Dieses wurde uns bereits von diversen anderen Reisenden wärmstens empfohlen und nach regem Mailverkehr mit der Besitzerin konnten wir auch einen einigermassen fairen Preis aushandeln. Nach dreistündigem Flug landeten wir am Vormittag auf der kleinen Insel Baltra, wo wir noch kurz auf Roger/Anita und Marita/Jan trafen, welche begeistert von der vorherigen Angelito-Tour zurückkehrten. Wir hatten Glück, denn nur neun Passagiere waren inklusive uns auf unserer Tour. Eigentlich hätten 16 Personen Platz und dank der fehlenden Gäste konnten wir sogar zwei Zimmer in Anspruch nehmen (für den ausgehandelten Spezialpreis wäre ein Doppelzimmer zu Dritt mit Isomätteli ausgemacht gewesen. Mit an Bord waren Patrizia und Adrian aus der Schweiz, Nadine aus Deutschland/USA, Dick und Trish aus England und Skye aus Australien. Nach einem leckeren zMittag stand dann bereits der erste Landgang bevor. Erste Blaufusstölpel, unzählige Pelikane, rot leuchtende Krabben faszinierende Marine-Iguanas und sogar einen Baby Hai konnten wir bewundern. Zurück auf dem Boot wurden wir mit einem Snack in Empfang genommen. Das Ziel der Küchencrew, uns alle mindestens drei Kilogramm schwerer zu machen, scheint problemlos erreichbar, denn auch die restlichen Tage waren gespickt mit unzähligen Snacks und Leckereien...

 

 

Am nächsten Tag ging es zur Isla Mosquera, einem Mini-Inselchen, auf welcher es von Seelöwen nur so wimmelte. Von Klein bis Gross war alles dabei und dank fehlenden Feinden an Land, sind diese knuffigen Tiere auch keineswegs schüchtern. Bis auf zwei Meter durften wir uns den Tieren nähern, um sie zu betrachten und zu fotografieren. Die nächsten hundert Fotos waren innert Kürze geknipst. Danach machten wir uns zum ersten Schnorchelgang auf. Drei der kleineren Seelöwen schwammen gleich mit uns mit und wirbelten verspielt um uns herum. Sie schienen nicht genug vom Spielen zu kriegen, man konnte tauchen, sich um die eigene Achse drehen und die Seelöwen taten dasselbe und schossen jeweils wie Pfeile wenige Zentimeter an uns vorbei, was ab und an ein Schrei aus Sandras Kehle lockte. Ein unglaublich schönes Erlebnis! Als wir durchfroren aus dem Wasser gingen, sprangen die drei Tiere noch einige Male aus dem Wasser, fast so als wollten sie sich noch verabschieden.

 

Am Nachmittag ging es zum „Cerro Dragón“ auf der Insel Santa Cruz, wo eine kakteenreiche Landschaft auf uns wartete. Unzählige Krabben und wunderschöne riesige Land Iguanas leben dort. Viel grösser sind diese Leguane im Gegensatz zu denjenigen Zentralamerikas. Wie Drachen sehen die Tiere aus, welche sich ebenfalls nicht aus der Ruhe bringen und sich von Nahem bewundern und ablichten liessen. Weitere 300 Fotos später ging es wieder zurück aufs Schiff.

 

 

Am dritten Tag verbrachten wir den Morgen bei der „Tagus Cove“, welche sich auf der Westseite der grössten Galápagosinsel Isabela befindet. Durch eine sehr spezielle Vulkanlandschaft führte unser Weg, vorbei an tausenden weissen Bäumen. Wieder erfuhren wir viel Spannendes über die Tiere und Pflanzen der verschiedenen Inseln. Unser Guide Hanzel weiss vieles zu erzählen und er wirkt auch nach über 40 Jahren als Guide noch sehr begeistert von all diesen Naturwundern hier. Hier stand einmal mehr schnorcheln auf dem Programm. Gracias a díos (wie man hier so schön sagt) waren wir in ein Neoprenanzug gepackt, denn auf der Westseite der Insel scheint das Wasser einiges kälter zu sein. Nachdem wir den ersten Hirnfrost überlebt hatten und sich die eisige Wasserschicht zwischen Neopren und Hühnerhaut etwas aufgewärmt hatte, konnte es losgehen. Majestätische Galápagos Wasserschildkröten waren zu sehen und nebst Fischen waren auch hier wieder verspielte Seelöwen im Wasser. Ein herrliches Erlebnis, mit diesen zu spielen. Einer der frechen Tierchen stupste David jeweils an, als er eine kurze Spielpause einlegte, bis er wieder mit ihm schwimmen kam;-) Einige kleine Pinguine schossen zwischendurch ebenfalls durchs Wasser, ebenfalls schnell wie kleine Pfeile – ein köstlicher Anblick! Am Nachmittag konnten wir auf der Insel Fernandina an Land gehen. Der Boden besteht dort hauptsächlich aus erkalteter Lava, auch viele Mangroven wachsen dort. Die Insel war voller Marine Iguanas, eine schwarz/graue Leguan Art, die sich im Wasser und auf Land aufhalten kann. Diese sind eindeutig meine Galápagos Lieblingstiere, ich konnte mich kaum sattsehen an diesen Viechern! Tausende dieser Mini-Drachen lagen da, sonnten sich und immer wieder spucken sie das Salz aus, was man gut beobachten und auch hören konnte! Nebst den Leguanen zeigten sich hier vereinzelte Seelöwen (mit zwei Tage jungem Baby) und Kormorane. Am Abend war dann Karaoke angesagt, hierzu braucht es wohl keine weitere Kommentare.

 

Am nächsten Tag erforschten wir Urbina Bay, wo wir weitere Land Iguanas entdeckten. Das anschliessende schnorcheln fiel wortwörtlich ins Wasser...Ein Surfbrett wäre passender gewesen, als Taucherbrille und Schnorchel.

Die Mittagspause auf dem Sonnendeck war mässig lässig, da ich von einem Fregattvogel angesch**** wurde! Der blöde Sauvogel hat immerhin seine "Ballast" erst abgeworfen , als ich meinen Mund geschlossen hatte! Logischerweise löste dies Lachkrämpfe bei gewissen Personen aus... 

 

Den Nachmittag konnten wir im Motorboot sitzend verbringen. Durch einen grossflächigen Mangrovenwald wurden wir geschippert, wo wir Adlerrochen und unzählige Wasserschildkröten im dort glasklaren Wasser beobachteten. Auch eine Horde Blaufusstölpel bekamen wir endlich vor die Linse! Die bunten Füsse bekommen diese übrigens erst, wenn sie geschlechtsreif sind und blau färben sie sich aufgrund der Algenart, die von ihren erbeuteten Fischen gefressen wird.  

Früh hiess es am Tag danach aufstehen. Ein riesiges Lavafeld, welches zwischen den beiden Vulkanen „Cerro Negro“ und „Cerro Azul“ entstanden war, durchwanderten wir. Sehr eindrücklich, wie fast alles auf Galápagos. Man konnte sogar perfekt die damalige Flussrichtung und die verschiedenen Konsistenzen der einzelnen Lava Schichten erkennen. Der nächste Schnorchelgang war weniger berauschend, die wenigen Schildkröten konnten wir wegen sehr schlechten Sichtverhältnissen kaum sehen. Ausserdem war es wieder kalt, pfui! Am Nachmittag begann die lange Überfahrt nach Villamil, welches im Süden der Insel liegt. Während David eine ausgedehnte Siesta genoss, spielten Sandra und ich Karten. Plötzlich entdeckte ich im Augenwinkel brechende Wellen, was mir komisch vorkam, so auf hoher und relativ ruhiger See. Von wegen brechende Wellen, es waren Buckelwale! Was für ein Highlight, sofort klebten alle Passagiere an der Reling und beobachteten die springenden Wasserriesen. Herrlich!

In Villamil angekommen, machten wir einen Ausflug zum Festland. Auf den Parkbänken am Hafen sassen nicht Touristen, sondern lagen genüsslich Seelöwen. Eine Seelöwenmutter befand die Bank wohl als idealer Platz, um ihr Baby zu säugen, jööööö! Zum Krater des Cerro Negro Vulkans führte uns unser Guide und dank dickem Nebel war leider nichts ausser der eine oder andere zwitschernde Darwinfink zu sehen. Wieder auf Meereshöhe angekommen, besuchten wir die Riesenschildkröten Aufzuchtstation. Diese entstand aufgrund eines nahen Vulkanausbruches, welcher nur wenige dieser endemischen Schildkrötenart am Leben liess. Auf dem Weg zurück bekamen wir sogar noch Flamingos zu Gesicht. Um an ihre Shrimpslarven, denen die Flamingos übrigens ihre rosa Farbe verdanken, zu kommen, bewegen sie ihre Füsse kreisförmig im schlammigen Boden. Dies sieht dann aus, als ob sie, wie es sich für Südamerikaner gehört, ihre Salsahüften trainieren würden:-)

 

 

Nach einem Spaziergang auf der Isla Floreana ging es zum letzten Schnorchelspot, der Corona del Diablo. In der Teufelskrone, einem Krater, konnten wir zum krönenden Abschluss noch zwei Weissspitzenflossen Haie beobachten! Sandra floh nicht kreischend, wie vorangekündigt, aus dem Wasser, sondern freute sich dann doch über den speziellen Moment. Am Nachmittag konnten wir noch zur Post Office Bay. Dort steht ein Holzfass, welches als Postbüro dient. Jeder kann Briefe oder Ansichtskarten dort hinterlegen, jedoch ohne Briefmarke. Die Tradition verlangt, dass man fremde Karten aus der Nähe des eigenen Wohnortes mit nach Hause nimmt und diese persönlich abliefert. Hoffen wir mal, dass unsere ankommen! Anschliessend wurden wir auf Santa Cruz gebracht, wo wir uns mit den anderen Passagieren über die Happy Hour Drinks hermachten, während Angelito I mit frischer Ware für die nächste Tour beliefert wurde. Am letzten Abend wurden wir mit einem leckeren Abschlussdinner verwöhnt, wieder mit liebevoll hergerichteten Frucht- und Gemüsetieren. Am letzten Tag mussten wir früh aus den Federn, da wir am Morgen wieder am Flughafen abgeliefert wurden. Die Tour mit der Angelito I war genial. Die Zimmer wurden täglich zwei Mal gebettet und aufgeräumt, alles war gepflegt und das Essen war zwar übermässig viel, jedoch sehr lecker. Nach jedem Ausflug wurden wir mit einem kleinen Imbiss und einem warmen Getränk in Empfang genommen. Auch die Crew war sehr nett und unser Guide war zwar eine Plaudertasche, wenn es aber um die Tier- und Pflanzenwelt ging, hatte er aber ein enormes Wissen und viele spannende Geschichten auf Lager. Mit den anderen Reisenden war es sehr angenehm und lustig, eine gute Truppe hatten wir zusammen!

Da wir nicht jedes Jahr hierher kommen, haben wir im Vorfeld beschlossen, noch zwei Extratage anzuhängen. Nadine, die mit uns auf der Tour war, blieb ebenfalls noch länger. Zu unserem Glück durften wir gleich bei ihrer Extratour zu den Riesenschildkröten (Galápagosgiganten :-)) aufspringen und konnten vom Privattaxiservice zu den Schildkröten und anschliessend nach Puerto Ayora profitieren. Am Abend trafen wir uns noch einmal mit Nadine zum Nachtessen. Am Tag danach erkundeten wir das Dorf mit dem Velo und gingen ein letztes Mal schnorcheln. Am letzten Morgen besuchte ich mit Sandra noch den Fischmarkt. Dort wurde uns ein herrliches Schauspiel geboten. Unzählige Pelikane lauerten auf die Fischabfälle, die beim Ausnehmen entstehen. Ausserdem waren zwei Seelöwen mit von der Partie. Der eine stand am Tresen an, als sei er ein zahlender Kunde, wahrscheinlich in der Hoffnung, dass seine Tarnung nicht auffliegt. Der andere Seelöwe mischte direkt bei den Fischern mit, immer wieder kam seine Schnauze zwischen den arbeitenden Händen des Fischers hervor, während sich im Hintergrund die Pelikane um die Fischabfälle stritten. Danach hiess es auch für uns wieder zurück nach Quito fliegen. In der Nähe des Flughafens fanden wir ein nettes Hostel, wo wir die letzte Nacht vor Sandras Rückflug verbrachten. Und schon waren ihre Ferien wieder vorbei. Sogar Veronica kam extra noch einmal zum Flughafen, um Sandrita zu winken. Sehr schön war es auch diesmal mit unzähligen lustigen, spannenden und atemberaubenden Momenten!

Ob wir wieder einmal nach Galápagos gehen würden? Eigentlich sofort, denn so etwas Aussergewöhnliches muss man einfach einmal gesehen haben. Aber der Tourismus ist schon enorm, sogar grosse Schiffe mit 100 Passagieren an Bord verkehren täglich. Obwohl die Nationalparkverwaltung in den letzten Jahren verschiedenste Vorschriften zum Schutz der Inseln erliess, erscheinen uns diese zu wenig strikt. Auch wenn jedes Schiff nur zweimal monatlich den selben Platz ansteuern darf, so sind es schlussendlich dann doch hunderte Füsse, die täglich an den einzelnen Orten herumtrampeln. Und obwohl das WC Papier im Mülleimer gesammelt wird, werden Essensreste (ölige, natürlich) ins Meer gekippt. Immer wieder konnten wir solche Widersprüche entdecken, was uns auch zum Nachdenken brachte. Ich hoffe für die Zukunft von Galápagos, dass die Vorschriften für den Tourismus noch strenger werden, damit dieses Paradies auch noch in Zukunft existieren und hoffentlich schonender besichtigt werden kann!

 

Um euch die fantastische Tierwelt von Galápagos etwas näher zu bringen haben wir ein kleines Video zusammengeschnitten.